Umweltschutz durch Bienenrettung – warum ist Honig nicht vegan?

Wieso ist Bienenschutz so wichtig?

Inzwischen ist das Thema Bienen- und Insektensterben zwar in der Öffentlichkeit präsent, aber leider fehlt es nach wie vor bundesweit an flächendeckenden Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt. Anstatt endlich die Rahmenbedingungen für eine insektengerechte Agrarlandschaft durch heimische Hecken, Bäume, Brachen, kleinere Gewässer und Blühflächen zu schaffen, sieht man nach wie vor riesige chemisch überdüngte und herbizidverseuchte Monokulturen. Monetäre Unterstützung müsste an umweltkonforme Landwirtschaft gebunden werden, um so kleinere ökologisch bewirtschaftete Felder rentabel zu machen, denn sie fördern die Artenvielfalt in hohem Maße. Und Biodiversität ist wichtig für das ökologische Gleichgewicht.

Bienen z.B. zählen zu den wichtigsten „Nutztieren“ für den Menschen – und das bezieht sich nicht nur auf die Produktion von Honig. Von ihrer Bestäubung sind sehr viele Pflanzen wie Obstbäume abhängig– besonders Wildbienen leisten hier einen wichtigen Beitrag, und zwar qualitativ wie quantitativ. Sterben die Bienen aus, kommt es früher oder später zu einer Ernährungskrise für den Menschen, da unbefruchtete Pflanzen kein Obst und Gemüse produzieren.

Übrigens, von den 584 in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten sind viele schon wieder ausgestorben.

Vegane Honigalternativen 

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Wusstest Du, dass auch Bienen in einigen Ländern wie Massenzuchttiere gehalten werden? Bei der Gewinnung des Honigs werden viele verletzt oder sterben. Die Königinnen werden nach einem Jahr getötet und durch jüngere und produktivere ersetzt. Anstelle des mühsam gewonnenen Honigs, der Nahrung ist und Schutz vor Schädlingen oder Krankheiten dient, bekommen die Bienen billiges Zuckerwasser. Dies ist sicherlich auch ein wichtiger Grund dafür, dass sehr viele Bienen unter anderem der Varroa-Milbe zum Opfer fallen. 

Wenn Du eine vegane Alternative zu Honig suchst, probier doch mal Produkte, die aus Pflanzenextrakten hergestellt werden, wie der
Wonig von Vegablum 
Du kannst auch Früchte und Nüsse fein pürieren. Zum Süßen von Speisen eignen sich außerdem Agavendicksaft Ahornsirup, Zuckerrübensirup,
Reissirup und Apfelsüße.

 

Praktische Tipps für den Bienen- und Insektenschutz:

Du kannst dazu beitragen, den Artenverlust zu minimieren, indem Du Dein Umfeld insektenfreundlich gestaltest. Falls Du einen Garten hast, findet sich bestimmt Platz für ein paar Pflanzen, die richtig ausgewählt, den Tieren das ganze Jahr über Nektar und Pollen bieten.

Pflanzenauswahl

Im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Luft erwärmen, ist es wichtig für die begatteten Weibchen, schnell Nahrung und geeignete Brutplätze zu finden. Gelingt das nicht, kann kein Bienenvolk entstehen. Gegen den ersten Hunger nach dem Winter bieten Frühlingsblüher, wie z.B. Christrosen, Schneeglöckchen, Krokusse, Primeln und Akelei eine Nahrungsquelle für Insekten.

Achte bei der Pflanzenauswahl bitte auf heimische Sträucher und Bäume, darauf fliegen die Summser.

Wenn Du Obststräucher (z.B. Brombeere, Himbeere- und Johannisbeere) oder Obstbäume (Apfel, Kirsche, Birne, Pflaume) pflanzt, haben nicht nur die geflügelten Helfer etwas davon, sondern Du auch. Frisch gepflückte Früchte aus dem Garten, ungespritzt und in Bioqualität – hmmm, lecker…

Auch Mandelbäumchen, Feuerdorn, gelber Hartriegel, Schlehe, Eberesche, Haselnuss, Seidelbast und Heckenkirsche eignen sich gut als Bienenweide. Für die Beete bieten sich folgende Pflanzen an: Aster, Edel-Gamander, Ehrenpreis, Eisenhut, Gewöhnlicher Natternkopf, Günsel, Moschus-Malve, Pfaffenhütchen, Pfingstrose, Blutweiderich, Fette Henne, Himmelsleiter, Katzenminze, Lilie, Bienenfreund, Flammenblume, Schmucklauch, Seidenpflanze, Sonnenblume, Sonnenbraut, Steinklee, Sonnenröschen, Waldrebe, Wegwarte, Wicke, Wiesenknöterich, Herbstzeitlose, Roter Sonnenhut, Scheinsonnenhut, Bartblume, Blutweiderich, Dahlie, Echter Alant, Efeu, Schmetterlingsstrauch, Thymian, Oregano, Rosmarin, Gurkenkraut, Schafgarbe, Kleine Bibernelle, Winterheide und ganz wichtig: Hundsrosen – allesamt wertvolle Pollen- und Nektarlieferanten. Einige Tiere nutzen sie als Rückzugsort und sie duften intensiv nach Sommer.

Wiesen

Englischer Rasen ist vermutlich das Nonplusultra für viele Gartenbesitzer, für Insekten bedeutet das keine Nahrung. Wenn Du ein buntes Insektenparadies schaffen möchtest, versuch es mit diesen Pflanzen (auch hier auf Saatgutmischungen mit einheimische Wildblumen achten):

Acker-Vergissmeinnicht, Acker-Witwenblume, Klatsch-Mohn, Korn-Flockenblume, Glockenblume, Kartäuser-Nelke, Kleearten, Wiesen-Margarite, Schafgarbe, Gemeiner Lein, Saat-Luzerne, Wiesensalbei, Wilde Möhre, Nickende Distel

 

Balkone und Dachgärten

Es muss kein Garten sein: Auch einen kleinen Balkon kannst du in eine grüne Oase und „Tankstelle“ für die geflügelten Tiere verwandeln. Und falls Du ein Dach hast, welches begrünt werden kann, trägt dies zusätzlich zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Abgesehen davon halten begrünte Dächer in der Regel viel länger als konventionelle Flachdächer. Wenn Du keinen Garten oder Balkon hast, gibt es vielleicht in Deiner Nähe eine Urban-Gardening- oder Solidarische Landwirtschafts-Gruppe, bei der Du mitmachen kannst.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl an Stadtimkern zunimmt, denn im Gegensatz zum Land mit seinen oft pestizidverseuchten Monokulturen gibt es in der Stadt ein breiteres Angebot an Pflanzen und Blüten.

 

Bienenwohnung – was solltest Du aufstellen?

Titelbild-Bienenhotel

 

 

 

Je nach Bienenart variieren die Nistplätze. Manche leben oberirdisch, wie z.B. Blattschneider-, Masken- und Seidenbienen oder rostrote und gehörnte Mauerbienen. Der Großteil der Wildbienen bevorzugt jedoch ein Nest im Boden.

Das Angebot an vorgefertigten Nisthilfen ist groß. Leider entsprechen diese Unterkünfte oft aufgrund falscher Bauweise und Materialien nicht den Anforderungen von Wildbienen. Nachfolgend ein paar Tipps, worauf Du beim Kauf oder Eigenbau achten solltest:

 

 

  • Bitte verwende keine Glasröhrchen, da Pilzbefall die Bienen das Leben kosten kann

  • Achte auf abgelagertes Holz mit ausreichendem Zwischenraum zwischen den Bohrungen (am Besten seitlich durch die Rinde ins Holz bohren) – Wichtig: die Löcher müssen sauber gebohrt sein, damit sich die Bienen bei der Eiablage nicht die Flügel verletzen

  • Alternativ kannst Du auch Bambus- oder Schilfröhrchen mit einem Durchmesser von 2-9 mm und einer Länge von mindestens 10 cm verwenden. Prima eignen sich vertikale Stängel und Röhren von Pflanzen. Daher lass bitte im Herbst abgestorbene Stängel stehen.

  • Wenn Du Ziegel für den Nestbau verwendest, nutze bitte Strangfalz-Ziegel

  • Für die bodennistenden Arten kannst Du entweder den Naturboden belassen, auch nicht mulchen, oder ein Lehmbett mit einer dünnen Schicht feiner Kieselsteine anlegen.

 

 

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